Berichte aus der Praxis

Berichte und Videos von Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen Praxisfeldern, die bei IWES eine Weiterbildung in MFT gemacht haben.

Kinder- und Jugendpsychiatrie Karlsruhe

„Am kommenden Mittwoch haben wir das zehnte Mal MFT auf der Kinderstation und es ist schön zu sehen, was sich verändert und dass die Kinder und Eltern gerne kommen! So waren die MFT-Kinder vergangenen Mittwoch auch sehr enttäuscht, dass MFT nicht stattfinden kann ... und es gibt immer wieder Rückmeldungen "zwischen den Zeilen", die zeigen, dass MFT gut ankommt. So hat z.B. Frederiks Mama bei der Befindlichkeitskarte das "Rettungsboot" ausgewählt – MFT ist zur Zeit ihr Rettungsboot. Lennart hat eine Schatztruhe , in die alle MFT-Sachen rein kommen. Marthas Mama brauchte immer wieder in den gleichen Konfliktsituation Unterstützung, bis sie es in der vorletzten MFT-Stunde allein geschafft hat. Wir haben viel daran gearbeitet, dass Nikos Mama sich immer wieder in Nikos Angelegenheiten einmischt, es nicht ausgehalten hat, wenn Niko es nicht schön gemacht hat (nach ihrem ästhetischen Empfinden). Bei den Papierbooten hat sie es geschafft! Eine andere Mutter hat Niko geholfen und sie hat sein Boot so lassen können, obwohl es sehr grob gefaltet war. Eltern sagen, in der MFT bekommen wir die Möglichkeit, mit unserem Kind ein Problem anzusprechen und Lösungen zu erarbeiten, was wir im Alltag nicht so schaffen..."

„Nach 5 Monaten Multifamilientherapie auf der Kinderstation sind wir immer noch mit sehr viel Freude und Begeisterung dabei, bekommen Routine im Vorbereiten und Durchführen, werden mutiger, probieren immer wieder Neues aus, wachsen als Team zusammen, was viele Abläufe einfacher macht und freuen uns sehr zu beobachten, was sich bei den Familien verändert!
Konzeptionell haben wir kleinere Strukturen verändert, z.B., dass wir Familien (die wir für geeignet halten), zu 2-3 Schnupperstunden einladen. Danach haben die Familien die Möglichkeit zu schauen: Profitiere ich davon oder bringt es mir nichts!?, da viele Familien erst einmal unsicher sind. Dieses Konzept hat sich bewährt, da bisher alle Familien dabei geblieben sind und sich sehr positiv geäußert haben. Außerdem haben wir die Gruppengröße, aufgrund der Corona Situation, auf 6-7 Familien geändert und MFT in Stationen und im Garten ausprobiert“.

Rehaklinik Charlottenhall in Bad Salzungen

Die Rehabilitations- und Vorsorgeklinik für Kinder und Jugendliche CHARLOTTENHALL in Bad Salzungen hat anlässlich des 18. Deutschen Reha-Tages Ende September 2021 ein Video zu Ihrer Multifamilienarbeit erstellt und präsentiert dieses zusammen mit weiteren Videos auf ihrer Website unter https://charlottenhall.de/unsere-klinik/aktuelles/. Mit freundlicher Erlaubnis der Klinik zeigen wir das Video auch hier an dieser Stelle.


Themen im Video

1:02 – Was bedeutet „Multifamilientherapie (MFT)“ ?
1:47 – Die Rolle der Eltern in der Reha
2:58 – Ablauf und Durchführung der Multifamilientherapie
3:47 – Ziel der Multifamilientherapie
4:17 – Wie nehmen die Familien das gemeinsame Angebot an?
4:50 – Relevanz der Multifamilientherapie
5:57 – MFT in drei Worten

Albert-Schweitzer-Therapeutikum Holzminden

Anfang Februar 2024 haben unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem Albert-Schweitzer-Therapeutikum den letzten Abschlussblock der internen Fortbildung zur Multifamilientherapie absolviert. Insgesamt fand die Fortbildung über 6 Blöcke statt. 25 MitarbeiterInnen aus verschiedenen Bereichen des Therapeutikums nahmen daran teil. Die Leitung hatten zwei DozentInnen vom Institut für Weiterbildung und Entwicklung Schleswig. Am Ende erwarben einige Kolleginnen und Kollegen die Qualifikation „TrainerIn Multifamilientherapie“.

Multifamilientherapie ist ein Beratungs- und Therapieansatz, bei dem mehrere Familien gemeinsam behandelt werden. Sie gründet auf der systemischen Therapie und verbindet diese mit Elementen aus Gruppentherapie und Selbsthilfe. Die Modelle und Ideen der Multifamilientherapie stammen unter anderem von Eia Asen und Michael Scholz.

Im letzten Block standen der Austausch und die Praxissupervision über stattgefundene MFT-Einheiten im Fokus. Neben theoretischen Inhalten, wurden zum Beispiel ein „reflecting team“ und Interaktionsspiele erprobt, welche in den zukünftigen Sitzungen angewandt werden können.

Wir bedanken uns bei Ulrike Behme-Matthiessen und Thomas Pletsch für die interessanten und lehrreichen Stunden.